Anregungen und Beschwerden

Wenn ich in einer Suchmaschine meiner Wahl Bürgeranträge suche, erhalte ich hunderte Seiten von hunderten Städten und Gemeinden, die ihre Bürger zum Thema Mitbestimmung auf kommunaler Ebene informieren. Und ihre Bürger aktiv auffordern, diese Königsdisziplin lokaler Mitbestimmung engagiert wahrzunehmen.
Es gibt Erläuterungen zu Hintergründen und Abläufen und einzuhaltenden Formalien. Vorlagen und Muster werden zum Download bereitgestellt. Es gibt am Bildschirm ausfüllbare PDFs, die anschließend ausgedruckt werden können. Oft wird auch die Möglichkeit angeboten, den Bürgerantrag direkt online anzufertigen. Jeder kann gestellte Anträge nach Themen und Stichworten suchen und einsehen. Oder nach Datum der zuständigen Ausschuss-Sitzung listen lassen. Und man kann den Werdegang der Anträge verfolgen und die zugehörigen Antworten und Entscheidungen des Rates oder der Ausschüsse in Augenschein nehmen.

Und … ja, und dann gibt es noch Königswinter.

Wenn man ausgeschlafen ist, genügend Kaffee getrunken hat und u.a. ersichtlich wird, dass die Suche auf der Stadtseite bzw. bei Was-erledige-ich-wo nicht einheitlich zu Werke geht und die Suchergebnisse aufteilt, findet man zwischen Brandschauen und Bürgerinformationen allgemein auch eine kleine Detailseite mit acht Zeilen Text. Wo eigentlich nur der entsprechende Paragraph der Gemeindeordnung benannt wird. Für alles weitere möge man sich bitte an das Büro des Bürgermeisters wenden.
Das, liebe Stadtverwaltung, ist mau. Ziemlich mau. Eigentlich schlimmer noch: Es ist schlicht und einfach vielsagend. Und dezent deprimierend.

Wer wissen möchte, wie es auch anders geht: Ein positives Beispiel habe ich mir genauer angeschaut.

Unter Themen und Projekte hier auf der Seite findet sich jetzt der Link zur Unterseite Bürgeranträge – was und wie und auf welcher Grundlage. Dazu Beispiele aktueller Bürgeranträge als PDF zur Ansicht. Ich würde mich freuen, wenn sich dieser Bereich zukünftig kräftig erweitern und pflegen ließe. Wer also einen Bürgerantrag stellen sollte … immer her damit ;o)

 

Kontor, die zwote!

Das ist mal ein wirklich nettes Plakat! Informativ und anregend, inspirierend und ansprechend. Schlicht und einfach sympathisch. Und wenn meine (Rest-)Lebensplanung das ansatzweise zuließe, würde ich sicherlich schon mit den Hufen scharren. Da hätte ich durchaus einige Ideen ;o)

(Klick aufs Bild zum Vergrößern)

Drollig

Dass es auf Baustellen manchmal etwas gröber zugeht – nun, das liegt in der Natur der Sache. Aber dass jemand seine Arbeiter dreisprachig daran erinnert, doch bitte den Marmor und die Scheiben heile zu lassen, habe ich so auch noch nicht gesehen. Es geht halt nichts über gelungene und eindeutige Kommunikation … ;o)

Nachfolge

Für das Kontor & Kaffeehaus in der Hauptstraße 424 (Ecke Bungertstraße) wird noch ein neuer Betreiber / eine neue Betreiberin gesucht. Es wäre zu-zu-schade, wenn dieses herrliche Ladenlokal nicht noch in diesem Sommer zu seiner Bestimmung zurückfände.

Bücher … books … livres

Als Frau Müller den Betrieb der Buchhandlung HEEL aufgab, ist schon ein Lämpchen ausgegangen in der Altstadt. Egal wie sich Information, Mediennutzung und Unterhaltung auch verändern mögen, das Verschwinden eines Buchladens verarmt. Immer. Dem Versuch von Rosalie’s, kurzfristig die Lücke zu schließen, war auch nur mäßiger Erfolg beschieden.

Nun ein neuer – und sehr löblicher – Ansatz, Buchkultur in der Altstadt zu beleben. Der Kaufmannsladen wird auch Buchhandlung. Wie von anderen Buchläden gewohnt, werden alle Bücher, die bis zum frühen Nachmittag bestellt wurden (sofern beim Grossisten verfügbar), über Nacht geliefert und können am nächsten Tag zu den regulären Öffnungszeiten im Kaufmannsladen abgeholt werden.

Auf der neu gestalteten Webseite des Kaufmannsladens (nebenbei: sehr schön geworden; klar, informativ, durchaus anregend) gibt es einen Übergang zum Buchshop.

Was ich mir noch wünschen würde: Auch Offline-Bestellungen, also direkt und persönlich im Laden, möglich zu machen.

So oder so: Anschauen, stöbern, nutzen!

Nass, tief und scharf

Die Drachenfelsbahn scheint sich zum Jubiläumsjahr 2018 tatsächlich noch zu einem kulturellen Schwergewicht der Altstadt aufzuschwingen und mit ihren 135 Jahren gleichsam mal eben im Vorbeigehen ein Hotspot zu werden … ;o)

Der Berliner Fotograf Christian Klant, in Königswinter aufgewachsen, war mit Großformatkamera und mobiler Dunkelkammer letztes Jahr für mehrere Wochen am Drachenfels. Das Ergebnis ist die Ausstellung

Berg | Mensch | Technik | Heimat

die von März bis April als Preview in der Talstation zu sehen sein wird. Anschließend gastiert sie von Mai bis Juli im Siebengebirgsmuseum. Die exakten Termine liegen noch nicht vor.

Wer vorher schon mal einen grundsätzlichen Blick auf Arbeit und Stil des Fotografen Christian Klant werfen möchte: Webseite / Facebook … auf der Webseite u.a. Wet Plate Landscapes und Wet Plate Portraits.

Seit ich begonnen habe, mit der Großformatkamera und dem Kollodium Nassplattenverfahren zu arbeiten, hat sich vieles verändert. Jetzt spricht die Natur nicht mehr nur mit mir als Mensch – ich verstehe sie auch als Fotograf.
Bestimmt ist es die Entschleunigung, die das über 150 Jahre alte Verfahren mit sich bringt, die einen Teil dazu beiträgt. Ich gebe mir selbst die Zeit zuzuhören. Und es gehört viel Handarbeit und Geschick dazu, chemische Emulsionen selbst anzumischen, alte Kameras zu restaurieren und nötiges Zubehör selbst zu bauen.
Das Kollodium Nassplattenverfahren ist anders als das „modernere“ schwarz-weiß Filmmaterial sensibel für die blauen und ultravioletten Bestandteile des Lichts. Das wiederum ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Deshalb werden Farben und auch Lichtverläufe anders dargestellt, als wir sie üblicherweise erblicken. Es hat eine Weile gedauert, bis ich gelernt habe so zu sehen, wie das Verfahren selbst.

Und warum eine „mobile Dunkelkammer“? Die braucht’s für die verwendeten Kollodium-Nassplatten. Da mein Chemieunterricht im Gymnasium grad mal ein Schuljahr währte, mußte ich mit dem Wikipedia-Artikel vorliebnehmen, aber selbst da … ach, was soll’s: Man muß das nicht verstehen.

Einfach hingehen, anschauen und die Bilder auf sich wirken lassen.

Gnome, Libellen und schwebende Stühle

Farben, Formen und Licht stehen im Mittelpunkt der Installationen, und der Dreiklang verspricht den Besuchern etliche neue Eindrücke von einem eigentlich altbekannten Gebäude. Mit rund 400 Lampen, zahlreichen Großobjekten, Projektoren und mehreren Kilometern Kabel haben Flammersfeld und seine Mitstreiter das Schloss in eine Fantasiewelt verwandelt, die die Besucher auf Schritt und Tritt begleitet.

Eindrücke vom Schlossleuchten im General-Anzeiger.

9,5 … 7 … 4,5

Die Stadt sucht bereits seit einem Jahr zwei neue Stadtplaner – allerdings vergeblich. „Nicht nur wir suchen, sondern auch viele andere Kommunen. Dadurch haben wir als Königswinterer Stadtverwaltung nicht so tolle Chancen“, sagt Krämer. 9,5 Stellen für Stadtplanung stehen im Stellenplan der Stadt. In der Realität sind laut Krämer jedoch nur sieben Stellen besetzt, von denen sich zweieinhalb zurzeit in Elternzeit befinden. Bleiben also viereinhalb. „Die Anstrengungen, die wir unternehmen, um qualifiziertes Personal zu bekommen, sind groß. Aber der Arbeitsmarkt ist leer gefegt.“

Ja, da fehlt es an etwas

Man könnte natürlich auch ganz boshaft fragen, warum kein Stadtplaner für Königswinter tätig sein möchte. Und ob nicht auch gelungene Stellenbesetzungen immer etwas mit Vorausschau und Planung und Wertschätzung der zu besetzenden Stellen zu tun haben.

Zudem erinnert mich das an eine zurückliegende Geschichte, wo ein neues Baugebiet im Bergbereich etliche junge Familien angezogen hatte und die Stadt nach drei Jahren feststellte: »Hoppala, die jungen Familien haben ja alle kleine Kinder gekriegt und die Kinder brauchen plötzlich Kindergartenplätze und das konnte ja keiner ahnen …!«

Aber um auch etwas Positives zu formulieren:
Böte sich nicht grad im Bereich Stadtplanung eine intensive Kooperation mit zumindest den umliegenden Fachhochschulen an? Regelmäßige Bereitstellung von Praktikumsstellen bei der Stadt, Angebot gemeinsamer Projektarbeit? Eine Verknüpfung, die alleine schon durch dann bestehenden Kontakt langfristig eine größere Erfolgaussicht bei einer späteren Suche zeitigt? Zugegeben, vielleicht unter- bzw. überschätze ich auch die Situation auf dem Stadtplanermarkt. Aber – um es salopp zu formulieren – bei der Stadtplanung seit einem Jahr mit weniger als der Hälfte der Planstellen auskommen zu müssen, scheint mir v.a. eine ziemlich mißlungene Planung zu sein.

Ausstellung im Rathaus

Der Bürgermeister hat neulich im Rathaus die aus 28 Infotafeln bestehende Wanderausstellung von Amnesty International zum Thema »Verschwunden in Mexiko« eröffnet.

Dass sich auf der Stadtseite und selbst auf dem stadteigenen Veranstaltungskalender dazu nichts findet, ist etwas mau, imho! Ich bin nur zufällig über diese Ausstellung gestolpert, weil ich ganz allgemein sehen wollte, wie sich Königswinter eigentlich auf Facebook präsentiert. Dort gab es dann zumindest zwei Fotos dazu mit einem Zweizeiler. Das ginge bestimmt besser, informativer, einladender. Sei es drum …

Die Ausstellung ¿Dónde están? ist »zu den üblichen« Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen. Ich interpretiere das einfach mal als zwischen 08:00 und 18:00. Und das noch bis zum 31. Januar. Die Tafeln hängen im Foyer im Erdgeschoß und im ersten Stock.

Also: Hingehen, anschauen!

Webcams

Im Allgemeinen gehören Webcams und was sie produzieren für mich in die Kategorie »eher sinnfrei, aber nett, dass es das gibt«. Was ich vor geraumer Zeit schon mal gesehen hatte, war die Auflistung für die Region Königswinter auf wetteronline.de – unter anderem mit einem schönen Panorama der Altstadt.

Aber in all den Jahren ist mir vollkommen entgangen, dass auch die Rheinfähre eine Webcam mit zwei Perspektiven betreibt … klasse!

Wuff

Es gebe immer noch einige Hunde in der Drachenfelsstadt, für die keine Steuern bezahlt würden, wusste Ratsmitglied Joachim Hirzel (SPD) während der Haushaltsberatungen zu berichten. Ein Sprecher der Stadt sagte auf Anfrage der Rundschau, es habe nach der letzten Zählung 2012 „eine Flut“ von Anmeldungen [ge]geben, aber auch „eine Flut“ von Abmeldungen. Genaue Zahlen könne man so einfach nicht ermitteln, das sei nur mit großem Aufwand möglich.

Und den will die Stadt nun leisten und wieder Hundezähler auf den Weg bringen.
Ich wüßte ja zu gerne, wie die Stellenbeschreibung dafür lautet … ;o)

Königswinter ist der neue »heiße … «

Nein, ich sag’s jetzt nicht. Aber eine fröhlich aufgekratzte Architektin tut das ;o)

An der Ecke Hauptstraße/Generalkonsul-von-Weiß-Straße wird kräftig gewerkelt.

Wenn er durch die Räume […] streift, dann tut er das nicht als geschichtsbegeisterter Vorsitzender des Heimatvereins Siebengebirge, sondern als Enkel. Sein Großvater hat das Gebäude gebaut, seit mehr als 100 Jahren ist es das Stammhaus der Peter Krämer GmbH und Ko. KG. Nun will die Familie dem markanten Gebäude mit Hilfe der Bad Honnefer Architektin Christine Antonie Lutz neues Leben einhauchen.

Neue Zukunft für „Krämer’s Laden“

Eigentümer und Architektin im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Einblick in Historie und Geplantes.